(Trotzdem, Thailand ist bekannt dafür, viele Kriminelle und dunkle Gestalten, aus dem Ausland, anzuziehen. In Thailand gilt es bei Geschäftspartnerschaften vorsichtig zu sein. Schon seit langem gibt es ein Initialwort, mit dessen Gebrauch, häufig auf diesen Umstand angespielt wird: TIT: This is Thailand)
Als Geschäftsmann, ist es wahrscheinlich, dass man beim Eintritt in die Geschäftswelt und die Auswanderergemeinde heraus findet, dass es dort Leute gibt, welche sich nicht an die, hier geläufigen Geschäftsregeln halten. Und einer von denen, reicht schon um gehörige Probleme zu verursachen.
Später sollen einige Beispiele behandelt werden. Vorher aber möchte ich einige andere Aspekte des dortigen Umfelds abgehandelt wissen. Durch ihre Grenzwertigkeit, haben diese Merkmale, meiner Meinung nach, Auswirkungen auf Teilbereiche der Geschäftswelt. Ob und wieweit hängt aber von den beteiligten Firmen und Individuen ab.
Im Bezug auf Weggefährten, vor allem auf solche, welche man beim Weggehen kennen gelernt hat, mag manch einer erstaunt darüber sein, was seiner Freunde und Geschäftspartner in Thailand wirklich treiben, oder getrieben haben. Wenn durch längerfristige Beziehungen zum Kreise der Weggefährten, denen vertraut, zufällig etwas herauskommt.
Einige haben zuerst angefangen in einem anständigen Beruf zu arbeiten und sind durch den schlechten Einfluss ihrer Kameraden, oder auch einfach aufgrund eines unverhältnismäßigen Lebensstils, auf die schiefe Bahn geraten. Die Anderen haben gleich mit krummen Geschäften angefangen.
Nach Thailand gekommen, werden viele zum ersten Mal kriminell, nachdem sie sich mit einer Bande, die von solchen Typen gebildet wird, eingelassen haben. Wodurch sie sich auf deren Niveau, ihre Denk und Verhaltensweißen herab gelassen haben, als wäre es normal in Thailand ein Krimineller zu sein.
Warum zieht nun Thailand diesen Schlag von Menschen an ?
- Die Polizei und sonstige Beamte sind unterbezahlt und so leicht bestechlich, deren Vorgesetzte unternehmen meist nicht hiergegen. Dort wo sie sich Schutz erkauft haben, bleiben die Kriminellen unbehelligt. Dadurch zieht Thailand Kriminelle wie einen Magneten an.
- 2. Betrachtet man den Geldaspekt, finden sich in Thailand, bekanntlich ein Touristenmagnet, viele Urlauber und Einwanderer, von denen sich Geld abschöpfen lässt..
- 3. Viele männliche Farang wollen außerdem in Thailand aufgrund der „Action“: „Wein, Weib und Gesang”, leben. Sie besitzen aber kein geregeltes Einkommen und leben trotzdem über ihre Verhältnisse. Diese Typen lassen sich dann leicht von eingesessenen Banden anwerben, um für Geld deren Drecksarbeit zu erledigen. Manche verdienen ihr Geld aber auch mit ihrer eigenen Abzockmasche.
- 4. Viele Touristen, die wegen des Nachtlebens nach Thailand kommen, konsumieren Drogen, was für “Drogensyndikate“ einen attraktiven Absatzmarkt darstellt, welche oft über viel Geld und Erfahrung verfügen, Polizei und Offizielle zu unterwandern. (Das Geld aus dem Drogengeschäft, wird meist durch Immobilienkäufe oder Schein- bzw. Deckfirmen rein gewaschen.)
Manche Auswanderer in Thailand haben Drogen oder Alkohol über einen solch langen Zeitraum konsumiert, dass ihr Gehirn dadurch Schaden genommen hat. Natürlich halten sie sich selbst für ganz normal. Die „Symptome“ dieses „Gehirnschadens“ äußern sich in starken Gefühlsausbrüchen, mangelnder Selbstbeherrschung, Unfähigkeit mit Konflikten vernünftig um zu gehen und Irrationalität (einschließlich der Rationalisierung ihre Taten, bis hin zum Extrem, wobei sie sich natürlich im Recht sehen). Man nehme ein ausgeprägtes Ego und viel schmutziges Geld hinzu, und ein menschliches Monster befindet sich in seiner Entstehungsphase.
Wenn irgendwelche Kleinganoven, Geld und Macht unter ihre Fittiche bekommen und über einen längeren Zeitraum für ihre fragwürdigen Machenschaften nicht zur Verantwortung gezogen werden, steigt ihnen ihre Macht irgendwann zu Kopf. In sich weiter steigerndem Ausmaß, werden diese Gangster hierdurch rücksichtslos und erweitern das Spektrum ihrer Mittel, mit denen sie versuchen ihre Ziele durchzusetzen.
Aber, trotz all dem, hat man letztendlich kaum etwas zu befürchten und es ist auch nicht nötig, sich von den Kriminellen, klein kriegen zu lassen. Als anständiger Mensch, ohne Dreck am Stecken, ausgestattet mit einem einigermaßen sauberen Führungszeugnis, kann man sich stets auf Autoritäten mit einer größeren Machtfülle berufen, als dies den Kriminellen möglich wäre. Daher ist es vorteilhaft, sich bei Beamten des höheren Dienstes, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erwerben. Diese können, wenn nötig ein gutes Wort für einen einlegen, Konflikte entschärfen oder sogar gegen die Kriminellen vorgehen.
Man sollte aber stets im Auge behalten, dass erlittenes Unrecht keine Legitimation für weiteres Unrecht sein kann. „Wie du mir, so ich dir“ Spielchen sorgen für schlechtes Karma und damit lässt man sich nur auf deren Niveau herab Rache ist etwas für Idioten, die sich nicht unter Kontrolle haben. Oft ist es die vernünftigste Alternative die Kriminellen, zusammen mit ihrer Bande, einfach ihr eigenes Süppchen auslöffeln zu lassen. Sie werden wahrscheinlich in ein paar Jahren sowieso das bekommen, was sie verdient haben. Und selbst, wenn auch nicht; was für eine Art von Leben ist das überhaupt, entleert jedes höheren Sinnes?
Diese Merkmale habe ich bei vielen (wenn auch nicht allen) Kriminellen dort feststellen können:
- Ein ausgeprägtes Ego, dass sich selbst, als den „Obermacker“ betrachtet und Respekt erwartet.
- Die Unfähigkeit, oder die mangelnde Bereitschaft, Konsequenzen einer Handlung zu berücksichtigen. Normalerweise ist es diese Sorte, deren emotionale Art zu Reagieren, durch Drogenkonsum verschlimmert wurde. Sie reden nicht nur darüber, sie TUN Dinge auch, ohne vorher darüber nach zu denken, wie andere darauf reagieren könnten (so als wären die anderen auch aus der selben Art Holz geschnitzt). Durch diese Unfähigkeit, Konsequenzen mit einberechnen zu können, unterscheiden sich die „Grobiane“ von den „normalen Kriminellen“. Diese verhalten sich normalerweise zurückhaltend, vermeiden unnötige Probleme und meinen nicht jede Schlacht, um jeden Preis gewinnen zu müssen
- Ein Freundeskreis, bestehend aus Typen von derselben Sorte. Mit anständigen, ehrlichen und vertrauenswürdigen Menschen können sie sich einfach nicht anfreunden, manchmal halten sie solche Leute sogar für dumm oder ihnen unterlegen. Bei Kriminellen, mit denen sie sich abgeben, gilt ihr verbrecherisches Verhalten als „normal“. Daraus resultiert eine Art Gruppenbewusstsein, welchen ihr Verhalten noch weiter fördert
- Die Meinung äußerst clever, schlauer als andere zu sein. (Von den Musen des spirituellen Lebens haben sie natürlich keine Ahnung, nicht die geringste).
Mein Vater, ein Psychologe, der eine stattliche Anzahl von Kriminellen in seinen Therapiesitzungen behandelte, hat immer davon gesprochen, wie weit abgedriftet und ahnungslos viele dieser Leute wären. Trotzdem lebten sie mit der Illusion, über allem zu stehen, die Kings zu sein (na gut, vielleicht der King auf ihrer Soi). Angemerkt sei, dass mein Vater auch Anwärter für das Priesteramt behandelt hat, genauso wie Menschen mit anderen Vorstellungen vom Leben.
Man möchte meinen, dass Thais, in ihrer sanftmütigen Art, derartige kriminelle Vereinigungen, ablehnen würden. Offizielle auf höchster Ebene haben auch eine Verschärfung der Gesetze und Regelungen innerhalb der bürokratischen Organe angeordnet. Nötig wäre aber auch Sorgfalt und Konsequenz bei der Durchsetzung auf den unteren Ebenen des bürokratischen Apparats. Hier aber spricht man die Sprache des Geldes und bis jetzt wurde dort einfach noch nicht aufgeräumt. Berichten die Nachrichten über einen skandalösen Vorfall, oder wird ein Minister aufmerksam und fordert Aufklärung, mögen Vorschriften für eine Weile verschärft angewendet werden. Irgendwann einmal aber findet ein Aufweichungsprozess statt und die Dinge entwickeln sich wieder zurück zur „Normalität“ – „TIT, This is Thailand“
Wenn man sich einige Auswüchse des transnationalen Verbrechens ansieht, mag manch einer sich fragen, ob die Verbrecherboße durch ihre unzähligen Thai Vordermänner und Handlanger wirklich einmal substanziellen Einfluss erlangen und so Thailand irgendwann „kolonialisieren“,
Ausländische Kriminelle bringen nicht die Eigenschaften der Kultur ihres Heimatlandes nach Thailand mit, von denen die Gesellschaft dort profitieren könnte. Im Gegenteil, sie bringen einige der negativsten Aspekte ihres Landes in die thailändische Gesellschaft ein.
Schikanen und Gewalt gegen Ausländer sind ein weitaus größeres Tabu, als dies im Bezug auf Thailänder der Fall wäre. Aber auch das gibt es, meist heißt es dann: Ausländer gegen Ausländer.
Manche der ausländischen Gangs sind deswegen umso gefährlicher, weil sie erst gar nicht versuchen, den Thai Stil, ausgehandelter Kompromisse und Warnschüsse, zu adaptieren. Ja, manche der Banden versuchen das Ziel zu eliminieren, bevor irgendjemand Warnsignale entdecken könnte
Es muss sich auch gar nicht um finanzielle Dinge drehen. Es kann sein, dass sie jemanden einfach nicht mögen, vielleicht aus Neid heraus. Das soll schon vorgekommen sein und wer weiß denn, was in den Gehirnen dieses verrückten Verbrecherpacks vorgeht.
Es gibt hunderte namentlich bekannter “Hitman” (proffesionelle Killer) in Thailand, die vollkommen integriert in der Gesellschaft leben (Wenn man die mitzählt, welche keiner Figur innerhalb des organisierten Verbrechens nahe stehen, vielleicht sogar tausende). Manche dieser Killer sind weitgehend diskreditiert, viele aber auch nicht. Sie arbeiten für ausgesprochen wenig Geld und manche erledigen den Job sogar kostenlos, auf Befehl eines Gangbosses, aus sadistischen Gelüsten heraus, wegen des Nervenkitzels oder um Ansehen innerhalb der Gang zu erlangen. Sie zeigen keinerlei Respekt vor dem Leben, egal auf welchem Niveau. Sie haben ein verschwindend geringes Maß an Gewissen und kaum Gespür für standhafte Prinzipien. Sie würden einen Doktor, Lehrer oder Sozialarbeiter genauso schnell umbringen, wie einen rivalisierenden Drogenboss.
Die Polizei und ihre Informanten, wissen wer diese Hitmen sind, trotzdem befinden sich diese weiterhin auf freiem Fuß. Mordfälle bleiben meist unerwähnt in der Presse. Es wird praktisch keinerlei Aufklärungsarbeit betrieben, weil den Fällen nicht genug Aufmerksamkeit zu Teil geworden ist.
Wenn ein außergewöhnliches Verbrechen oder Mordfall, Schlagzeilen in der Presse oder im Internet macht, besteht eine weitaus größere Chance dass die Polizei den Fall überhaupt aufklärt und dass auch Anklage gegen den Mörder erhoben wird. Aber es besteht keine Garantie, dass nicht Sündenböcke und Prügelknaben herhalten müssen und die wahren Schuldigen vor Strafverfolgung verschont bleiben. Manchmal werden die Schuldigen bestraft, manchmal auch nicht.
Im Allgemeinen ist Thailand ein sicherer Ort zum Leben. Auch Bangkok ist sicherer als die meisten amerikanische Städte, die ich kenne. Solange es den Durchschnittsbürger betrifft. Der Hauptunterschied besteht darin, dass sich Mord- und Gewaltverbrechen in Thailand meist vorsätzlich gegen Opfer richten, die der Täter persönlich kannte. Wogengen diese Art von Verbrechen in meinem Heimatland, normalerweise an Unbekannten verübt werden. Meist beim Versuch das Opfer auszurauben, oder auch einfach wegen des Nervenkitzels eines „drive by´s“ (In diesem Fall, ein aus dem vorbeifahrenden Auto verübtes Gewaltverbrechen). In Thailand ist es sehr unwahrscheinlich, Opfer eines Raubüberfalls oder solch einer fragwürdigen Mutprobe zu werden, bei denen der Täter ein Fremder ist. Es sind die Leute, die man kennt, oder ….. meinte zu kennen.
Als Ausländer ist es wahrscheinlicher in Konflikt mit anderen Farang zu geraten, als mit den einheimischen Thais. (Wobei ein Ausländer vielleicht einen Thai anheuert, welcher die Drecksarbeit für ihn erledigt).
***Übersetzung aus dem englischsprachigen Original von Marc Prado***
[ Beitrag von Robin710 - 13.04.2008]

